„Schluss mit
meinem Leben!“
März 2007
Eine Bekannte von mir war sehr unglücklich verheiratet. Ihr
Mann war Trinker. Fast jeden Freitag kam er besoffen nach
Hause. Die Frau litt namenlos darunter. Ich wusste um
dieses Leid. Daher besuchte ich sie oft an diesen Tagen, um
ihr etwas Trost zu bringen. Ich schaltete aber auch den
Himmel ein: Jeden Tag rief ich die Schutzengel dieser
Familie, den des Mannes, den der Frau und die Engel der
Kinder an, sie möchten eine Gesinnungsänderung des
Unglücklichen herbeiführen.
Es war wieder an einem Freitag. Ich verspürte eine mir
unerklärliche Unruhe. Ich musste zu dieser Frau. Obwohl sie
eine Wegstunde von mir entfernt wohnte, machte ich mich
abends noch auf den Weg zu ihr. Kaum hatte ich sie begrüßt,
als sie mir sagte: „Du kommst gerade recht. Heut will ich
Schluss machen mit meinem Leben. Ich kann nicht mehr.
Zwanzig Tabletten liegen schon bereit. Schau Du, bitte,
hernach auf meine Kinder!“ Die Frau war völlig
durcheinander. Ich selbst war auch erschüttert. Ich bin
fast bis Mitternacht geblieben und habe versucht, alle
Geschütze aufzufahren, um sie von dem Schrecklichen
abzubringen. Ich betete dazwischen immer wieder zum
heiligen Engel, der die Macht des Bösen bannen möge.
Endlich konnte ich ihr das Versprechen abringen, vernünftig
zu sein. Auf dem ganzen Heimweg aber beschwor ich ihren
Schutzengel und den ihres Mannes: „Bitte, helft ihr! Lasst
sie nicht untergeh’n!“ Einige Tage später erfuhr ich, dass
der Mann viel früher als sonst am Zahltag nach Hause kam.
Er war auch von einer Unruhe getrieben, wie er sagte,
erfüllt von einer Sorge um seine Gattin. Noch nie hatte er
von einer solchen gesprochen.
Da konnte ich die Hilfe der Schutzengel direkt greifen. Ich
aber hörte nicht auf, für diesen Unglücklichen und seine
Frau täglich weiterhin zu beten und sie dem mächtigen
führenden Schutz ihrer heiligen Engel zu empfehlen.
(Aus: A.M. Weigl, Schutzengel-Geschichten
heute,
Verlag St. Grignionhaus, Altötting, S. 90ff)