„Gehe deinen
Weg demütig mit GOTT“
Fastenzeit 2008
Viele Heilige hatten eine besondere Beziehung zu ihren
Schutzengeln. Heute wollen wir einen nahezu unbekannten
aber großen Heiligen betrachten, den Einsiedler Onuphrius.
Die Kirche feiert sein Fest am 12. Juni. Das Bemerkenswerte
bei diesem Heiligen ist, dass sein Schutzengel ihm eine
Lebensregel mit auf den Weg in die Einsiedelei gab.
Onuphrius lebte als ein Mönch im Kloster Hermopolis in der
thebäischen Wüste gegen End des 4. Jahrhunderts, doch immer
mehr zog es ihn in die Einsamkeit, um wie Elias und
Johannes der Täufer in der Wüste ganz allein für GOTT zu
leben.
Nachdem er sich jahrelang geprüft hatte, erhielt er die
Erlaubnis in die Einsamkeit zu gehen. Als er nachts zu den
Bergen der Wüste aufbrach, erschien ihm ein Licht. Er
erschrak darüber und fürchtete, dass er mit dem Weggehen
aus dem Kloster nur seinem eigenen Willen gefolgt sei,
Onuphrius war nämlich ein sehr gehorsamer Mönch.
Das Licht jedoch war sein Schutzengel, der ihm folgende
Botschaft überbrachte: „Fürchte dich nicht, ich bin dein
Schutzengel. GOTT hat mich seit Anfang an für dich
bestimmt, um durch GOTTES Anordnung mit dir zu sein und
dich in die Wüste zu geleiten. Sei vollkommen, gehe deinen
Weg demütig mit Gott, verrichte deine Arbeit mit Freude,
wache allezeit über dein Herz, beklage dich nie, sei
beharrlich in guten Werken. Und sei versichert, ich werde
dich nie verlassen, bis zu der Zeit, da ich deine Seele vor
die göttliche Majestät bringen werde.“ Diese Sätze
beinhalten eine große Lebensweisheit. Sie können trotz
ihrer Kürze auch uns als Lebensregel dienen, sie können uns
auch erhellen, was unser hl. Schutzengel uns raten würde.
Der hl. Onuphrius lebte noch sechzig Jahre in der Wüste,
ohne je einen Menschen gesehen zu haben. Gegen Ende seines
Lebens suchte ihn ein anderer Wüstenvater auf. Von ihm ist
uns sein Leben überliefert. Gefragt, wie er die Eucharistie
in der Einsamkeit der Wüste empfangen konnte, erklärte
Onuphrius, dass ein Engel des Herrn ihm den Leib und das
Blut CHRISTI jeden Samstag und Sonntag brachte. Er fügte
hinzu: „Dies ist üblich unter den Einsiedlern in der
Wüste.“