„Drei
Schutzengelerlebnisse“
Dezember 2008
Und konnte
keinen Schritt weiter
Es
war vor etwa 10 Jahren. Auf dem Heimweg von der Pfarrkirche
wollte ich den Weg abkürzen und musste dazu einen Wald
passieren, an dessen Ausgang auf einer Anhöhe ein Bauernhof
lag, der von einem bissigen Hund bewacht wurde. Da ich den
Hund immer an der Kette gesehen hatte, ging ich trotz
meiner Angst vor bösen Hunden diesen Weg. Als ich aus dem
Wald trat, hörte ich wie immer das Gekläff. Doch dann sah
ich zu meinem Entsetzen, dass der Hund nicht an der Kette
war, sondern mit wütendem Gebell den Abhang herabjagte,
direkt auf mich zu. Ich wusste: Nur der Schutzengel kann
hier helfen. Ein Ruf: „Heiliger Schutzengel hilf!" Im
gleichen Augenblick blieb der Köter auf halber Höhe des
Abhangs wie angewurzelt stehen und konnte keinen Schritt
weiter. Ich starrte fassungslos den Hund an, und dann
begriff ich, dass mein Engel den Hund zurückgehalten hatte.
Mit einem Dankwort an meinen guten Engel ging ich froh nach
Hause.
Hilfe im
letzten Augenblick
Während meiner Lehrtätigkeit in
Ulm ging ich eines Nachmittags, in Gedanken versunken, über
eine neuangelegte Grünfläche der Ulmer Altstadt. Da ich
seit der Geburt auf dem rechten Auge blind bin, muss ich
natürlich im Straßenverkehr besonders vorsichtig sein. Doch
hier begegneten mir nur vereinzelte Fußgänger. Auf einmal
riss mir jemand den Kopf hoch und blitzschnell nach rechts.
Da sah ich rechts von mir die Straßenbahn, die sich
unhörbar genähert hatte, und die im nächsten Augenblick
direkt vor mir den Fußweg überquerte. Ich hatte vergessen,
dass die Straßenbahnlinie verlegt worden war und nun über
diese Grünfläche führte. Zwei Passanten, die von der
entgegengesetzten Richtung kamen, sagten mir nachher, sie
hätten mich wohl mit gesenktem Kopf immer näher auf die
Straßenbahn zugehen sehen, mich aber nicht durch Zuruf
gewarnt, weil sie es einfach für unmöglich gehalten hätten,
dass ich die Straßenbahn nicht bemerken könne. Sie wussten
ja nichts von meiner Blindheit. Ich aber schickte ein
heißes Dankgebet zum Himmel, denn ohne die offensichtliche
Hilfe meines heiligen Engels wäre ich direkt in die
Straßenbahn gelaufen.
Aus dem
Dickicht brach eine Dogge hervor
An
einem Augustvormittag ging Rosa, unsere Haushälterin, auf
einem Waldweg in Richtung Maria Thann, um Moos- und
Preiselbeeren zu pflücken. Kein Mensch ringsum. Bis zur
Kapelle waren es etwa noch zehn Minuten zu gehen. Da
tauchte etwa zwanzig Meter entfernt links von Rosa ein
großer Mann auf, der einen bösartigen Eindruck machte. Rosa
bekam es mit der Angst zu tun und nahm betend den
Rosenkranz zur Hand. - Und alsbald ward ihr Hilfe: aus dem
Dickicht brach eine große, gelbrötliche Dogge hervor und
trieb den Fremden mit furchtbarem Gebrüll abseits. Der Mann
lief, so viel er nur konnte, einige Zeit von dem Tier
verfolgt. Schließlich hörte das Gebell auf, der Hund kam
auf Rosa zu und lief etwa vier Meter vor ihr her. Dabei
schaute er immer wieder wachsam um, ob Rosa auch folge. So
ging es bis zur Kapelle, wo der wundersam auf den Plan
getretene Wächter verharrte. Rosa trat in das Heiligtum und
verrichtete dort dankbar ihre Gebete. Als sie herauskam,
war ihr „Freund in der Not" verschwunden. Sie aber dankte
ergriffen ihrem heiligen Engel.