Der heilige Petrus Canisius und die hl. Engel
Juni 2009

Im Jahre 1521 wurde der hl. Petrus Canisius geboren. Er sollte als Volksmissionar weite Teile des deutschen Volkes für den katholischen Glauben wiedergewinnen. Daher wurde ihm von Papst Leo XIII. Zu Recht der Titel verliehen: Zweiter Apostel Deutschlands.

Er hatte auch eine sehr tiefe Beziehung zu den hl. Engeln und verehrte sie sehr. Am Tage seiner Professablegung in der Gesellschaft Jesu, wurde ihm in der Petersbasilika in Rom eine Engelvision zuteil. Lassen wir ihn selbst berichten: „Am 4. September 1549, … als ich die Professgelübde ablegen sollte, hast Du o Herr, mir die Anregung gegeben, mich selbst und die so wichtige Feier den heiligen Aposteln in der vatikanischen Basilika innig anzubefehlen …

Als ich vor der Gelübdeablegung vor dem Altar der Apostelfürsten Petrus und Paulus kniete, hast Du mir ein neues Gnadengeschenk gegeben: Du stelltest mir, der ich kurz danach die feierlichen Gelübde ablegen sollte, damals einen besonderen Engel an die Seite, und durch ihn, der mich in dem heiligen Lebensstand, wie er den Professen des Ordens entspricht, leiten und schützen sollte, wolltest Du mich unterweisen und stützen. Mit ihm also, der gleichsam mein Begleiter war, schritt ich zum Sakramentsaltar in der Petersbasilika, und ich lernte das Amt des mir eben beigegebenen Engels besser verstehen. Meine Seele lag danieder in ihrer Missgestalt, Unreinheit, Schlaffheit und mit vielen Fehlern und bösen Neigungen behaftet.

Da wandte sich der heilige Engel zum Throne Deiner Majestät, er wies auf die Größe und Vielfältigkeit meiner eigenen Unwürdigkeit und Schwachheit hin. So erkannte ich klar, wie unwürdig ich sei, zur Ablegung der Professgelübde hinzutreten. Und es war mir, als ob der Engel andeutete, wie schwierig es für ihn sein sollte, mich auf dem steilen Weg der Vollkommenheit zu führen und leiten. Darauf eröffnetest Du mir gleichsam das Herz Deines heiligsten Leibes, und es war mir, als ob ich es unmittelbar erschauen durfte … Du hast mir die höchsten Verheißungen gegeben und mir alle meine Fehler verziehen. Du hast mich gnädig dazu hingeführt, dass ich fürderhin als neues Geschöpf lebe und nur mehr meine völlige Hinwendung zu Dir vor Augen habe.“

Hält man sich diese Vision vor Augen, so kann man gut verstehen, warum der Heilige Petrus Canisius kurz vor seinem Tode einem Priester schrieb: „Gerade den Engeln ist eine besondere Verehrung zu widmen wie man sie den Himmelsfürsten schuldet. Dann kann man mit den Propheten sprechen: 'Im Angesicht der Engel will ich Dir lobsingen' (Ps 137,1) … Pflicht des Priesters ist es, die Aufgabe der Engel zu übernehmen und aus ganzem Herzen zu beten, wie wenn er ihr Heilig, heilig, heilig sprechen oder singen würde“.