Juni 2010
Der selige Petrus Faber, der
einzige Priester, der 1534 in Paris unter sechs Laien zur
neu gegründeten „Gesellschaft Jesu“ des hl. Ignatius von
Loyola stieß, wirkte seit 1537 als Exerzitienmeister und
Prediger. Ein wichtiger Zug in seinem Frömmigkeitsleben
war eine ganz innige Verehrung der heiligen Engel.
Im 16. Kapitel des II. Teils seiner «Philothea», wo der
heilige Franz von Sales «verschiedene Ratschläge» gibt, «um
die Seele durch das Gebet und die Sakramente zu GOTT zu
erheben», bespricht er die «Verehrung und Anrufung der
Heiligen» und empfiehlt dann nach der Verehrung Mariens
wieder ganz besonders die Verehrung der heiligen Engel.
Wörtlich schreibt er dabei: «Mit den Engeln musst du ganz
besonders vertraut sein. Betrachte sie oft, wie sie deinem
Leben unsichtbar zur Seite stehen! Liebe und verehre den
Schutzengel deines Bistums, die Schutzengel der Menschen,
mit denen du zusammenlebst, besonders aber deinen eigenen!
Bete oft zu ihnen, preise sie, nimm ihren Beistand in
Anspruch in deinen geistlichen und zeitlichen Anliegen,
damit sie nach deinen Wünschen mit dir wirken!
Der große Petrus Faber, der erste Priester, Prediger und
Lektor der Theologie in der Gesellschaft Jesu, der erste
Gefährte des hl. Ignatius, kam einmal von Deutschland her,
wo er zur Ehre GOTTES großes geleistet hatte, durch sein
Heimatbistum und erzählte, dass er auf der Reise durch
häretische Ortschaften immer die Schutzengel jeder
Pfarrgemeinde begrüßt und dadurch viel Trost empfangen
habe. Er habe förmlich gefühlt, wie sie ihn gegen die
Anschläge der Häretiker schützten und ihm halfen, viele
Seelen für die Heilslehre empfänglich und gelehrig zu
stimmen.
Er erzählte dies so eindringlich, dass mir dies eine Dame vor vier Jahren, also 60 Jahre später, noch mit größter Ergriffenheit berichtete. Es war mir darum eine große Freude, in dem kleinen Dorf Villaret inmitten unserer rauen savoyischen Berge vor einem Jahr einen Altar an jener Stelle zu weihen, wo dieser heilige Mann das Licht der Welt erblickt hat».