Der Schutzengel der sel. Mirjam von Abellin
März 2011

In ihrem 15. Lebensjahr unternahm Mirjam vom Abellin, die damals als Dienstmagd in Beirut lebte, eine Pilgerreise nach Jerusalem. "Als die Karawane, der sie sich angeschlossen hatte, in die Nähe von Jerusalem kam, gesellte sich ein schöner Jüngling den Reisenden zu. Er näherte sich Mirjam und knüpfte eine Unterhaltung mit ihr an. Seine Reden waren durchdrungen von übernatürlicher Anmut. Er warnte sie vor den Gefahren der Reise, vor den Lasterreden des Führers und pries ihr den Wert der Reinheit und Jungfräulichkeit. Nachdem er seine Ermahnungen beendet und Mirjam angekündigt hatte, dass sie sich in Jerusalem wiedersehen würden, verließ er die Karawane.

Tatsachlich trafen sie sich in Jerusalem wieder. Der Jüngling, der sich Johannes Georg nannte, nahm das Mädchen mit sich in die Grabeskirche. Mirjam hatte ernstlich über die Unterhaltung an den vorhergehenden Tagen nachgedacht. Bis zu jener Zeit hatte sie sich damit begnügt, für jedes Jahr das Gelübde der Jungfräulichkeit zu erneuern. Sie war nunmehr entschlossen, das Gelöbnis für immer abzulegen. Johannes Georg schien dieser Entschluss bekannt zu sein, bevor ihm Mirjam denselben anvertraute. Als er ihr dazu Glück wünschte und sie in diesem bestärkte, legte sie in der Grabeskirche das ewige Gelübde der Jungfräulichkeit ab."

Nachdem sie lange Zeit zusammen gebetet hatten, deutete Johannes Georg ihr an, wie sich ihr Lebensweg gestalten wird und dass sie sich wiedersehen werden.

"Zehn Jahre später sah sie ihn in Indien wieder, im Karmel von Mangalore, wie er vorausgesagt hatte. Er erschien ihr noch mehrmals während der hl. Exerzitien vor ihrer Professablegung. Er war es auch, der ihr den Sinn ihrer Visionen und Ekstasen erklärte. Damals erkannte sie, was sie in Palästina nur vermuten konnte: Johannes Georg war ein Engel des Himmels, den GOTT ihr gesandt, um sie vor den Gefahren der Reise zu schützen, wie er einst dem jungen Tobias den Erzengel Raphael gesandt hatte." Benedikt Stolz, Miriram von Abelinn, Miriam Verlag, Jestetten, 23f.