Das Sakrament der Weihe 2
Juni 2007
 
Das Geschenk Priester zu sein
„Der hl. Pfarrer von Ars sagt: ‚Der Priester setzt auf Erden das Erlösungswerk fort ... Verstünde man so richtig, was der Priester auf Erden ist, so stürbe man - nicht vor Schrecken, sondern aus Liebe ... Das Priestertum ist die Liebe des Herzens Jesu‘ (Nodet, Jean-Marie Vianney, S. 100) .“ (KKK 1589)

„Durch eine besondere Gnade des Heiligen Geistes gleicht dieses Sakrament den Empfänger Christus an, damit er als Werkzeug Christi seiner Kirche diene. Die Weihe ermächtigt ihn, als Vertreter Christi, des Hauptes, in dessen dreifacher Funktion als Priester, Prophet und König zu handeln.“ (
KKK 1581)

„Letztlich handelt Christus selbst durch den geweihten Diener und wirkt durch ihn das Heil.“ (
KKK 1584) Gott aber pflegt es, Seine Geschöpfe nicht nur auf der Ebene der Natur sondern noch viel mehr auf der Ebene der Gnade würdig auszustatten, damit sie geziemend und verdienstvoll ihre Aufgaben erfüllen. So kommt es, dass Er den Priester mit außerordentlichen Gnaden ausstattet, auf dass er nicht bloß Gnaden anderen vermittle, sondern auch er fruchtbar an dieser Gnadenvermittlung sowohl für sich, wie für andere mitwirke. Selbst wenn sich der Priester seines Amtes unwürdig benimmt, kann seine Unwürdigkeit „ Christus nicht am Handeln hindern.“ (KKK 1584) Angesichts der Größe der priesterlichen Gnade und Aufgabe ist aber der Priester zum Streben nach Heiligkeit aufgerufen.

Niemand hat ein Recht auf das Sakrament der Weihe. Man muss von Gott dazu berufen sein. (vgl.
KKK 1578) „Wer Anzeichen wahrzunehmen glaubt, dass Gott ihn zum geweihten Dienst beruft, muss seinen Wunsch demütig der Autorität der Kirche unterbreiten, der die Verantwortung und das Recht zukommt, jemanden zum Empfang der Weihen zuzulassen. Wie jede Gnade kann auch dieses Sakrament nur als ein unverdientes Geschenk empfangen werden.“ (KKK 1578)

Johannes Paul II. schreibt rückblickend auf seine eigene Priesterberufung: „Möge Gott in den Priestern das dankbare und wirksame Bewusstsein des empfangenen Geschenks wachhalten und in vielen jungen Menschen eine bereite und hochherzige Antwort auf seinen Ruf wecken, damit sie sich ohne Vorbehalte der Sache des Evangelium widmen.“ (
Geschenk und Geheimnis, S. 104)