Der Heilige
Geist, der Seelenfreund
Dezember 2008
Das Wirken des Heiligen Geistes bleibt nicht bei der Kirche
an sich, in der er wirkt, stehen (vgl. KKK 737). Sein
Wirken erstreckt sich bis in die Tiefe des Herzens der
gläubigen Seele. Die Pfingstsequenz nennt ihn darum auch
„Seelenfreund“.
Der Heilige Geist vermittelt uns Seine Gnadengaben zum
einen durch die Sakramente in denen Er wirkt, beginnend mit
der Begnadung des Menschen (vgl. KKK 2003) im Sakrament der
Taufe und möchte ihn in den einzelnen Sakramenten zu immer
größerer Heiligkeit und Gleichgestaltung mit Christus
führen. Ebenso vollzieht sich das Wirken des Heiligen
Geistes durch verschiedene Charismen, die als freie Wohltat
Gottes den Gläubigen „geeignet und bereit macht,
verschiedene für die Erneuerung und den weiteren Aufbau der
Kirche nützliche Werke und Dienste zu übernehmen“ (LG 12).
Weiters können wir das Wirken des Heiligen Geistes in
unserer Seele durch die sieben Gaben des Heiligen Geistes
erfassen, welche sind: Weisheit, Einsicht, Rat, Stärke,
Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht. „In ihrer ganzen
Fülle stehen sie Christus, dem Sohn Davids, zu (vgl. Jes
11, 1—2). Sie vervollständigen und vervollkommnen die
Tugenden derer, die sie empfangen. Sie machen die Gläubigen
bereit, den göttlichen Eingebungen willig zu gehorchen.“
(KKK 1831)
Durch die Gaben der Weisheit, der Einsicht, des Rates und
der Erkenntnis hilft der Heilige Geist unserem Verstand und
erleuchtet diesen. Mit den Gaben der Stärke, der
Gottesfurcht und der Frömmigkeit wirkt der Heilige Geist
auf unseren Willen ein, damit dieser im Guten gefestigt
wird.
Wie sehr der Heilige Geist Sein Wirken in unserer Seele
entfalten kann, hängt aber ebenso von unserer Offenheit und
unserem Mitwirken ab. Jede Gnadengabe, die Gott uns
anbietet, will entfaltet und verwendet werden. Wir wollen
uns vom Geist Gottes leiten lassen (vgl. Röm 8,14), damit
der „Seelenfreund“ in uns wirkt und reiche Früchte zum
Reifen bringen kann: „Liebe, Freude, Friede, Geduld,
Freundlichkeit, Güte, Langmut, Sanftmut, Treue,
Bescheidenheit, Enthaltsamkeit, Keuschheit“ (Gal
5,22-23).