Wozu braucht
es Priester?
September 2009
Unter den verschiedenen Diensten, die es im gläubigen Volk
Gottes gibt, finden sich als Mitarbeiter der Bischöfe die
Priester. Sie sind zum Dienst vor Gott und an den Gläubigen
geweiht. Durch sie baut Christus unablässig seine Kirche
auf und leitet sie (vgl. KKK
1547).
‚Wie
sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben?
Wie sollen sie hören, wenn niemand verkündigt? Wie soll
aber jemand verkündigen, wenn er nicht gesandt ist?’
(Röm
10,14-15). Niemand,
keine Einzelperson und keine Gemeinschaft, kann sich selbst
das Evangelium verkündigen. ‚Also kommt der Glaube aus dem
Hören’ (Röm
10,17). Niemand
kann sich selbst den Auftrag und die Sendung geben, das
Evangelium zu verkündigen. Der vom Herrn Gesandte spricht
und handelt nicht in eigener Autorität, sondern kraft der
Autorität Christi; er spricht zu der Gemeinde nicht als
eines ihrer Glieder, sondern im Namen Christi. Niemand kann
sich selbst die Gnade verleihen; sie muss geschenkt und
angeboten werden. Das setzt Diener der Gnade voraus, die
von Christus bevollmächtigt sind. Von ihm empfangen sie die
Sendung und die Vollmacht [heilige Gewalt], ‚in der Person
Christi des Hauptes’ [in persona Christi Capitis] zu
handeln. Dieses Amt, worin die von Christus Gesandten aus
Gottes Gnade das tun und geben, was sie nicht von sich aus
tun und geben können, nennt die Überlieferung der Kirche
„Sakrament“. „Das Dienstamt in der Kirche wird durch ein
eigenes Sakrament übertragen“ (KKK
875), welches in
den Herzen der Empfänger eine Gleichgestaltung mit Christus
bewirkt.
Alle Gläubigen sind berufen, sich selbst als ›lebendiges,
heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer‹ (Röm
12,1) Gott
darzubringen. „Durch den Dienst der Priester vollendet sich
das geistige Opfer der Gläubigen in Einheit mit dem Opfer
des einzigen Mittlers Christus, das sie mit ihren Händen im
Namen der ganzen Kirche bei der Feier der Eucharistie auf
unblutige und sakramentale Weise darbringen, bis der Herr
selbst kommt” (Vat II. PO 2).
„Christus, der Herr, hat, um das Volk Gottes zu weiden und
ständig zu mehren, in seiner Kirche verschiedene Dienste
eingesetzt, die auf das Wohl des ganzen Leibes ausgerichtet
sind. Denn die Diener, die über heilige Vollmacht verfügen,
dienen ihren Brüdern, damit alle, die zum Volk Gottes
gehören ...‚ zum Heil gelangen“ (Vat. II. LG 18).