Der Priester
und Christus
Dezember 2009
Der
einzige Grund des priesterlichen Lebens und Dienstes ist
Jesus von Nazareth, Christus, der Herr, Der uns zum Vater
führt. “Christus selbst ist im kirchlichen Dienst des
geweihten Priesters in seiner Kirche zugegen als Haupt
seines Leibes, Hirt seiner Herde, Hoherpriester des
Erlösungsopfers und Lehrer der Wahrheit. Die Kirche bringt
dies zum Ausdruck, indem sie sagt, dass der Priester kraft
des Weihesakramentes ‘in der Person Christi des Hauptes’
[in persona Christi capitis] handelt.
‘Es ist der gleiche Priester, Christus Jesus, dessen
heilige Person sein berufener Diener vertritt. Durch die
Priesterweihe dem Hohenpriester angeglichen, besitzt er die
Vollmacht, in der Kraft und an Stelle der Person Christi
selbst zu handeln [virtute ac persona ipsius Christi’ (Pius
XII., Enz. „Mediator Dei“). ‘Christus ist die Quelle
jeglichen Priestertums; denn der Priester des [Alten]
Gesetzes war sein Bild. Der Priester des Neuen Bundes aber
handelt in der Person Christi’ (Thomas v. A., s. th.
3,22,4).
Durch das geweihte Amt, vor allem durch das der Bischöfe
und Priester, wird sichtbar gemacht, dass Christus als
Haupt der Kirche inmitten der Gemeinschaft der Gläubigen
gegenwärtig ist. Nach einem schönen Wort des hl. Ignatius
von Antiochien ist der Bischof ‘Abbild des Vaters’
(Ignatius v. A., Trall. 3,1).
Diese Gegenwart Christi im Amtsträger ist nicht so zu
verstehen, dass dieser gegen alle menschlichen Schwächen
gefeit wäre: gegen Herrschsucht, Irrtümer, ja gegen Sünde.
Die Kraft des Heiligen Geistes bürgt nicht für alle Taten
der Amtsträger in gleichem Maße. Während bei den
Sakramenten die Gewähr gegeben ist, dass selbst die
Sündhaftigkeit des Spenders die Frucht der Gnade nicht
verhindern kann, gibt es viele andere Handlungen, bei
denen das menschliche Gepräge des Amtsträgers Spuren
hinterlässt, die nicht immer Zeichen der Treue zum
Evangelium sind und infolgedessen der apostolischen
Fruchtbarkeit der Kirche schaden können.” (KKK 1548-1550)
Darum sind die Priester aufgefordert durch ihr persönliches
Streben nach Heiligkeit sich mit immer größerer Treue in
die Nachfolge Christi zu stellen und so im Handeln mit
Christus immer mehr eins zu werden. Durch ihr Gebet und
Opfer können die Gläubigen ihnen dabei helfen.