Die
Priesterweihe prägt ein unauslöschliches Siegel ein
Juni
2010
„Durch eine besondere Gnade des Heiligen Geistes gleicht
dieses Sakrament den Empfänger Christus an, damit er als
Werkzeug Christi seiner Kirche diene. Die Weihe ermächtigt
ihn, als Vertreter Christi, des Hauptes, in dessen
dreifacher Funktion als Priester, Prophet und König zu
handeln.
Wie bei der Taufe und der Firmung wird diese Teilhabe am
Amt Christi ein für allemal gewährt. Auch das
Weihesakrament verleiht ein unauslöschliches geistiges
Zeichen und kann weder wiederholt noch auf Zeit gespendet
werden. Ein gültig Geweihter kann ... nicht wieder Laie im
eigentlichen Sinn werden, denn das durch die Weihe
eingeprägte Mal ist unauslöschlich. Die Berufung und
Sendung, die er am Tag seiner Weihe erhalten hat, prägen
ihn für immer.
Letztlich handelt Christus selbst durch den geweihten
Diener und wirkt durch ihn das Heil. Dessen Unwürdigkeit
kann Christus nicht am Handeln hindern. Der hl. Augustinus
sagt dies mit eindringlichen Worten: ‚Der stolze Amtsträger
ist dem Teufel zuzuordnen. Die Gabe Christi wird deswegen
nicht befleckt; was durch ihn ausfließt, behält seine
Reinheit; was durch ihn hindurchgeht, bleibt lauter und
gelangt zum fruchtbaren Boden... Die geistliche Kraft des
Sakramentes ist eben dem Licht gleich: wer erleuchtet
werden soll, erhält es in seiner Klarheit, und wenn es
durch Beschmutzte geht, wird es selbst nicht schmutzig‘
(ev. Jo. 5,15).“ (KKK 1581-1584)
Doch liegt das liegt das Streben nach Heiligkeit im Wesen
des Priestertums. „Die geistliche Gabe, die durch die
Priesterweihe verliehen wird, kommt im folgenden Gebet des
byzantinischen Ritus zum Ausdruck. Der Bischof sagt bei der
Handauflegung: ‚Herr, erfülle den, den du in deiner Huld
zum Priesterstand erheben wolltest, mit der Gabe des
Heiligen Geistes, damit er würdig sei, untadelig an deinem
Altar zu stehen, das Evangelium von deinem Reich zu
verkünden, den Dienst am Wort der Wahrheit zu versehen, dir
Gaben und geistige Opfer darzubringen, dein Volk durch das
Bad der Wiedergeburt zu erneuern, so dass er selbst am Tag
der Wiederkunft unserem großen Gott und Heiland Jesus
Christus, deinem eingeborenen Sohn, entgegengeht und von
deiner unendlichen Güte die Vergeltung für eine treue
Verwaltung seines Amtes erhält‘ (Byzantinische Liturgie,
Euchologion).“ (KKK 1587)