Die Scheidung der Engel
März 2011

Wie der Mensch, so ist auch der Engel von GOTT in Freiheit erschaffen worden. Damit wollte Gott, "dass sich in der Welt jene wahre Liebe verwirkliche, die einzig und allein auf der Grundlage der Freiheit möglich ist. ... In der Vollkommenheit ihrer Geistnatur sind die Engel von Anfang an kraft ihres Verstandes dazu berufen, die Wahrheit zu erkennen und das Gute zu lieben." (Joh. Paul II., Katechese 23.7.1986) Auch wenn die Engel eine umfassendere und vollkommenere Erkenntnis der Wahrheit besitzen, die die menschliche Erkenntnis weit übersteigt, so bleibt dennoch die Möglichkeit, dass sich der Engel gegen das Gute, das sie erkennen und sich auch gegen GOTT zu entscheiden.

"Tatsächlich scheiden sich die reinen Geister, wie die Offenbarung deutlich sagt, in gute und böse. Diese Scheidung ist jedoch nicht durch GOTTES Schöpfungstat bewirkt worden, sondern auf Grund der Freiheit der Geistnatur, die einem jeden dieser rein geistigen Wesen zu eigen ist. Diese Scheidung wurde bewirkt durch die Entscheidung, die bei den rein geistigen Wesen einen unvergleichlich radikaleren Charakter besitzt und unwiderruflich (irreversibel), d.h. nicht rückgängig zu machen ist in Anbetracht des hohen Grades von intuitiver Erkenntnis und Durchdringung des Guten, womit der Verstand dieser Geistwesen ausgestattet ist.

In diesem Zusammenhang muss nun gesagt werden, dass die reinen Geister - wie später die Menschen - einer moralischen Prüfung unterworfen worden sind. Dabei ging es um eine Entscheidung vor allem im Hinblick auf GOTT selbst, der von den reinen Geistwesen seinem Wesen nach stärker und unmittelbarer erkannt wurde, als dies dem Menschen möglich ist, zumal GOTT diesen Geistwesen noch vor dem Menschen die Teilhabe an seiner göttlichen Natur geschenkt hat." (Ebd.)

Die notwendige freie Entscheidung der Engel für GOTT oder gegen GOTT hat die Welt der reinen Geister in Gute und Böse geteilt.