Die Eucharistie – Christus unter uns
Juni 2005
 
„Wenn die Kirche die heilige Eucharistie, das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung ihres Herrn, feiert, wird dieses zentrale Mysterium des Heils wirklich gegenwärtig und vollzieht sich das Werk unserer Erlösung.“ (Joh. Paul II.,
Ecclesia de Eucharistia 11)

Christus ist in Seiner Kirche auf verschiedene Weise gegenwärtig, „aber vor allem unter den eucharistischen Gestalten.“ (
KKK 1373) Als Christus bei seiner Rede in der Synagoge von Kapharnaum (vgl. Joh 6,22-59) verkündete, dass Sein Leib wahrhaft eine Speise und Sein Blut wirklich ein trank ist, wollten viele von den Zuhörern diese Worte nicht mit gläubigem Herzen aufnehmen, wendeten sich von Jesus ab und zogen nicht mehr mit Ihm umher. Die Apostel durften Jesu Worte als „Worte des ewigen Lebens“ (Joh 6,68) erkennen und blieben bei ihrem Meister. Doch erst als Christus beim letzten Abendmahl über Brot und Wein die Worte sprach, „das ist Mein Leib“ und „das ist Mein Blut“ wurde der Sinn des Essens Seines Fleisches und Blutes klarer.

Christus hat beim Paschamahl vor Seinem Sterben die Eucharistie eingesetzt und ist „in diesem Sakrament gegenwärtig durch die Verwandlung des Brotes und des Weines in den Leib und das Blut Christi.“ (
KKK 1375) Der hl. Johannes Chrysostomus erklärt über diese eucharistische Wesensverwandlung, die sich in der hl. Messe vollzieht: „Nicht der Mensch bewirkt, dass die Opfergaben Leib und Blut Christi werden, sondern Christus selbst, Der für uns gekreuzigt worden ist. Der Priester, der Christus repräsentiert, spricht diese Worte aus, aber ihre Wirkkraft und Gnade kommen von Gott. Das ist Mein Leib, sagt er. Dieses Wort verwandelt die Opfergaben.“ (zitiert in KKK 1375)

„Die eucharistische Gegenwart Christi beginnt im Zeitpunkt der Konsekration und dauert so lange, wie die eucharistischen Gestalten bestehen. In jeder der Gestalten und in jedem ihrer Teile ist der ganze Christus enthalten, so dass das Brechen des Brotes Christus nicht teilt.“ (
KKK 1377)

Die Gegenwart Christi im heiligsten Altarsakrament ist und bleibt ein Geheimnis unseres Glaubens, das wir nie mit unseren Sinnen erfassen können und so singen wir in gläubigem Vertrauen mit dem hl. Thomas von Aquin:

Augen Mund und Hände täuschen sich in Dir,
doch des Wortes Botschaft offenbart Dich mir.

Was Gott Sohn gesprochen, nehm ich glaubend an;
Er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann
.