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Engel in der Heiligen Schrift
I
Altes Testament
Gen
22,10-13 Das Opfer
Abrahams
Schon streckte Abraham seine Hand aus und nahm das Messer,
um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des
Herrn vom Himmel her zu: Abraham, Abraham! Er antwortete:
Hier bin ich. Jener sprach: Streck deine Hand nicht gegen
den Knaben aus und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß
ich, dass du Gott fürchtest; du hast mir deinen einzigen
Sohn nicht vorenthalten. Als Abraham aufschaute, sah er:
Ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im
Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und
brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar.
Gen 28,11-13a Jakobsleiter
Jakob kam an einen bestimmten Ort, wo er übernachtete, denn
die Sonne war untergegangen. Er nahm einen von den Steinen
dieses Ortes, legte ihn unter seinen Kopf und schlief dort
ein. Da hatte er einen Traum: Er sah eine Treppe, die auf
der Erde stand und bis zum Himmel reichte. Auf ihr stiegen
Engel Gottes auf und nieder. Und siehe, der Herr stand oben
und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters
Abraham und der Gott Isaaks.
Ex 23,20-21 Das Volk
Israel wird vom Engel aus Ägypten
geführt
Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht. Er soll
dich auf dem Weg schützen und dich an den Ort bringen, den
ich bestimmt habe. Achte auf ihn und hör auf seine Stimme!
Widersetz dich ihm nicht! Er würde es nicht ertragen, wenn
ihr euch auflehnt; denn in ihm ist mein Name gegenwärtig.
Ri 6,11-24 Der Engel
des Herrn bei Gideon
Der Engel des
Herrn kam und setzte sich unter die Eiche bei Ofra, die dem
Abiësriter Joasch gehörte. Sein Sohn Gideon war gerade
dabei, in der Kelter Weizen zu dreschen, um ihn vor Midian
in Sicherheit zu bringen. Da erschien ihm der Engel des
Herrn und sagte zu ihm: Der Herr sei mit dir, starker Held.
Doch Gideon sagte zu ihm: Ach, mein Herr, ist der Herr
wirklich mit uns? Warum hat uns dann all das getroffen? Wo
sind alle seine wunderbaren Taten, von denen uns unsere
Väter erzählt haben? Sie sagten doch: Wirklich, der Herr
hat uns aus Ägypten heraufgeführt. Jetzt aber hat uns der
Herr verstoßen und uns der Faust Midians preisgegeben. Da
wandte sich der Herr ihm zu und sagte: Geh und befrei mit
der Kraft, die du hast, Israel aus der Faust Midians! Ja,
ich sende dich. Er entgegnete ihm: Ach, mein Herr, womit
soll ich Israel befreien? Sieh doch, meine Sippe ist die
schwächste in Manasse und ich bin der Jüngste im Haus
meines Vaters. Doch der Herr sagte zu ihm: Weil ich mit dir
bin, wirst du Midian schlagen, als wäre es nur ein Mann.
Gideon erwiderte ihm: Wenn ich dein Wohlwollen gefunden
habe, dann gib mir ein Zeichen dafür, dass du selbst es
bist, der mit mir redet. Entfern dich doch nicht von hier,
bis ich zu dir zurückkomme; ich will eine Gabe für dich
holen und sie vor dich hinlegen. Er sagte: Ich werde
bleiben, bis du zurückkommst. Gideon ging (ins Haus) hinein
und bereitete ein Ziegenböckchen zu sowie ungesäuerte Brote
von einem Efa Mehl. Er legte das Fleisch in einen Korb, tat
die Brühe in einen Topf, brachte beides zu ihm hinaus unter
die Eiche und setzte es ihm vor. Da sagte der Engel Gottes
zu ihm: Nimm das Fleisch und die Brote, und leg sie hier
auf den Felsen, die Brühe aber gieß weg! Gideon tat es. Der
Engel des Herrn streckte den Stab aus, den er in der Hand
hatte, und berührte mit seiner Spitze das Fleisch und die
Brote. Da stieg Feuer von dem Felsblock auf und verzehrte
das Fleisch und die Brote. Der Engel des Herrn aber war
Gideons Augen entschwunden. Als nun Gideon sah, dass es der
Engel des Herrn gewesen war, sagte er: Weh mir, Herr und
Gott, ich habe den Engel des Herrn von Angesicht zu
Angesicht gesehen. Der Herr erwiderte ihm: Friede sei mit
dir! Fürchte dich nicht, du wirst nicht sterben. Gideon
errichtete an jener Stelle einen Altar für den Herrn und
nannte ihn: Der Herr ist Friede. Der Altar steht bis zum
heutigen Tag in Ofra, (der Stadt) der Abiësriter.
Ri 13,1-23 Ankündigung
der Geburt Simsons
Die Israeliten taten wieder, was dem Herrn missfiel.
Deshalb gab sie der Herr vierzig Jahre lang in die Gewalt
der Philister. Damals lebte in Zora ein Mann namens
Manoach, aus der Sippe der Daniter; seine Frau war
unfruchtbar und hatte keine Kinder. Der Engel des Herrn
erschien der Frau und sagte zu ihr: Gewiss, du bist
unfruchtbar und hast keine Kinder; aber du sollst schwanger
werden und einen Sohn gebären. Nimm dich jedoch in Acht und
trink weder Wein noch Bier und iss nichts Unreines! Denn
siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Es
darf kein Schermesser an seine Haare kommen; denn der Knabe
wird von Geburt an ein Gott geweihter Nasiräer sein. Er
wird damit beginnen, Israel aus der Gewalt der Philister zu
befreien. Die Frau ging und sagte zu ihrem Mann: Ein
Gottesmann ist zu mir gekommen; er sah aus, wie der Engel
Gottes aussieht, überaus Furcht erregend. Ich habe ihn
nicht gefragt, woher er kam, und er hat mir auch seinen
Namen nicht genannt. Er sagte zu mir: Siehe, du wirst
schwanger werden und einen Sohn gebären. Trink jedoch
keinen Wein und kein Bier und iss nichts Unreines; denn der
Knabe wird von Geburt an ein Gott geweihter Nasiräer sein,
bis zum Tag seines Todes.
Da betete Manoach zum Herrn und sagte: Bitte, mein Herr,
lass doch den Gottesmann, den du gesandt hast, noch einmal
zu uns kommen und uns belehren, was wir mit dem Knaben
machen sollen, der geboren werden soll. Und Gott erhörte
die Bitte Manoachs. Der Engel Gottes kam noch einmal zu der
Frau, als sie gerade auf dem Feld war; ihr Mann Manoach war
nicht bei ihr. Sie lief schnell zu ihrem Mann, um es ihm
mitzuteilen; sie sagte zu ihm: Eben ist der Mann, der
damals zu mir gekommen ist, wieder erschienen.
Manoach stand auf und folgte seiner Frau. Als er zu dem
Mann kam, fragte er ihn: Bist du der Mann, der mit meiner
Frau geredet hat? Er antwortete: Ja, ich bin es. Da sagte
Manoach: Wenn sich nun dein Wort erfüllt, wie sollen wir es
mit dem Knaben halten, was sollen wir mit ihm tun? Der
Engel des Herrn antwortete Manoach: Die Frau soll sich vor
all dem hüten, was ich ihr gesagt habe. Nichts, was vom
Weinstock kommt, darf sie genießen; weder Wein noch Bier
darf sie trinken und nichts Unreines essen. Alles, was ich
ihr befohlen habe, muss sie beachten. Manoach sagte zum
Engel des Herrn: Wir möchten dich gern einladen und dir ein
Ziegenböckchen zubereiten. Aber der Engel des Herrn sagte
zu Manoach: Auch wenn du mich einlädst, werde ich von
deinem Mahl nichts essen. Wenn du aber ein Brandopfer
herrichten willst, bring es dem Herrn dar! Manoach wusste
nämlich nicht, dass es der Engel des Herrn war. Deshalb
fragte Manoach den Engel des Herrn: Wie ist dein Name? Wenn
eintrifft, was du gesagt hast, möchten wir dir gern Ehre
erweisen. Der Engel des Herrn erwiderte: Warum fragst du
mich nach meinem Namen? Er ist wunderbar. Da nahm Manoach
das Ziegenböckchen und brachte es zusammen mit einem
Speiseopfer auf einem Felsblock dem Herrn dar, der Wunder
tut. Als die Flamme vom Altar zum Himmel aufstieg, stieg
der Engel des Herrn in der Flamme des Altars mit empor. Als
Manoach und seine Frau das sahen, warfen sie sich zu Boden
auf ihr Gesicht.
Von da an aber erschien der Engel des Herrn dem Manoach und
seiner Frau nicht mehr. Da erkannte Manoach, dass es der
Engel des Herrn gewesen war, und sagte zu seiner Frau:
Sicher müssen wir sterben, weil wir Gott gesehen haben.
Doch seine Frau entgegnete ihm: Wenn der Herr uns hätte
töten wollen, hätte er nicht aus unserer Hand Brand- und
Speiseopfer angenommen und er hätte uns nicht all das sehen
und uns auch nichts Derartiges hören lassen.
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